kaltnadelradierungen

Von 1998-2000 besuchte ich hin-und wieder die Druckwerkstatt des Künstlerhauses Bethanien in Kreuzberg, um mich dort der Kaltnadelradierung¹  zu widmen. ²

Hier sind die Ergebnisse abgebildet:

Anmerkungen

¹ Bei Kaltnadelradierungen wird mit der Nadel direkt in die Platte geritzt. Es ist schön, dass ein gewisser Kraftaufwand nötig ist, um tiefe Rillen zu gewinnen. Die Rillen haben an beiden Seiten hochstehende Grate.

Diese Drucke waren nicht als Auflage konzipiert – jeder Druck ist ein Einzelstück.  Manche sind mit Chine Collée versehen. Dabei wird ein mit Kleister bestrichenes Stückchen Papier zwischen Druckplatte und Bütten gelegt und mitgedruckt.

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² Da hing auch eine Kaltnadelradierung von Penck an der Wand (damals jedenfalls). Obwohl ich normal mit Penck gar nichts anfangen kann, musste ich doch anerkennen, dass dieser Druck recht eindrucksvoll war. Er war nämlich für eine Kaltnadelradierung sehr groß, in meiner Erinnerung mindestens ein m², und die Zeichnung selber bestand nur aus sehr wenigen, sehr tiefen und kräftigen Rillen (an das Motiv erinnere ich mich nicht mehr). In mir löste der Druck leider die unschöne, aber starke Empfindung der Mißgunst aus. Ich dachte mir so ungefähr: „tja, natürlich kann man sehr mutig und vorbehaltlos auf so einer Riesenplatte rumkratzen, wenn man keine Geldsorgen hat. Mit Geldsorgen ist es einfach unmöglich, so unbekümmert mit einer teuren Platte umzugehen.“ Und dann, auf dem Rückweg mit dem Fahrrad, kam ich zufällig an einem Container mit einem Haufen Zinkplatten vorbei, darunter auch recht große. Nach einer kurzen Verhandlung mit einem Mann, durfte ich mir davon eine ganze Menge mitnehmen.